5. Internationale Drehorgelfestival in Keszthely, Ungarn, findet vom 2.-3. September 2017 statt! Magyarország ötödik Nemzetközi Verkli Fesztiválja Keszthelyen 2017, szeptember 2-tól – 3-ig. The 5-th international Barrel Organ Festival in Keszthely, Hungary, takes place from September 2 to September 3, 2017. 5 Интернациональный фестиваль шарманщиков состоится в городе Кестхей в Венгрии 2 - 3 сентября 2017г.

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Das Interesse an antiken Musikgeräten wurde bereits in meiner Kindheit geweckt. Als ich 10 Jahre alt war, musste meine Mutter für einen kurzen Eingriff ins Spital. Während dieser Tage hatte eine freundliche Haushalthilfe auf meine kleine Schwester und mich aufgepasst. Am schulfreien Mittwochnachmittag kam ihr die Idee, mit uns ins Brockenhaus zu gehen. Das war für mich äusserst interessant. Ein altes Aufziehgrammophon hatte es mir angetan und prompt kaufte es mir die freundliche Dame für 5 Franken. Von da an war sie mein Schatz. Meine Mutter war allerdings weniger begeistert, liess ich doch keine Ruhe, mir weitere Geräte anzuschaffen. Schon bald standen in meinem Kinderzimmer alte Radios und Grammophone herum, welche ich alle mit meinen Überredungskünsten gratis bekommen hatte. Mit 15 Jahren, schon mit etwas mehr Taschengeld ausgestattet, erstand ich mein erstes Trichtergrammophon auf dem Zürcher Flohmarkt. Dieses, sowie mein allererstes Aufziehgrammophon sind noch heute Bestandteil unserer Sammlung.

Auch die Anschaffung des ersten mechanischen Musikinstrumentes im Alter von 32 Jahren strapazierte die Nerven meiner Mutter. Es handelte sich um ein selbstspielendes Klavier aus der Erbschaft eines weit entfernten Verwandten von ihr. Ich liess keine Ruhe, bis sie herausgefunden hatte, dass das Klavier wirklich keinen andern Erbberechtigten interessierte. Und schon war der Grundstein zur Sammlung der mechanischen Musikinstrumente gelegt.

Unser Haus in der Schweiz platzte schon aus allen Nähten, als ich ein Angebot eines Kollegen nicht ausschlagen konnte, und die fünf Meter breite und drei Meter hohe Decap Tanzorgel erwarb. Aber wohin damit? Zum Glück war an unserem Haus eine grosse Scheune angebaut. Also kam die Tanzorgel auf den Heuboden. Umgehend baute ich fast im Alleingang rund um die Orgel die Scheune aus und konnte noch rechtzeitig vor Wintereinbruch unser schönes Privatmuseum einweihen. Aber Platz ist da zum gebrauchen. Die Durchgänge zwischen den Instrumenten wurden immer enger und einige Jahre später wurde noch der Dachboden unseres Hauses ausgebaut.

Im Laufe der Jahre baute ich auch mein Fachwissen aus und hatte viele Bekannte, Sammler, Restauratoren, Händler, in ganz Europa. Im Jahre 2005 wurde ich zum Präsidenten des Schweizerischen Vereins der Freunde mechanischer Musik gewählt. Diesen Vorsitz hatte ich bis zur Übersiedlung nach Ungarn im Jahr 2010 inne. Was in der Schweiz wegen der beruflichen Belastung und aus Kostengründen nicht möglich war, konnten wir uns in Ungarn verwirklichen: Der langjährige Traum, ein öffentliches Museum zu betreiben. Dazu ist zu sagen, dass dies ohne tatkräftige Unterstützung meiner Frau alles nicht möglich gewesen wäre. Meine Frau, gebürtige Russin, hat sich nach unserer Heirat im Jahr 2002 schnell mit der mechanischen Musik vertraut gemacht und Nachforschungen über die bislang in Westeuropa völlig verkannte, respektive unbekannte Geschichte der mechanischen Musik in Russland durchgeführt. Sie hat mit ihren diesbezüglichen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften die Geschichte der mechanischen Musik zum Teil neu geschrieben.

Hansjörg Surber